Das Leben ohne Internet

„Für alle die sich Fragen, warum ich letzter Zeit so wenig gepostet habe“

Da sitze ich hier, im Starbucks in Frankfurt, am Hauptbahnhof und warum? Kein WlAN zu Hause. Zwei Wochen sind es nun und ich fühle mich von der Außenwelt

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Süchtig? 

abgeschnitten. Ich frage mich aber, ist dieser Gedanke nicht etwas übertrieben. Ich mein keiner ist aus der Welt! Aber ganz zurück zum Anfang.

15. April 2018 und ich habe kein WLAN mehr, es funktioniert nicht.
Ich rufe bei Unitymedia an und frage, was ich machen kann, der Techniker soll am 30. April kommen. Ach, die 15 Tage schaffe ich auch ohne WLAN, kann ja nicht so schwer sein denke ich mir.
Die ersten Tage waren grausam, ich hatte das Gefühl nichts mehr mitzubekommen, nicht mehr ein Teil von allem sein zu können. Aber Gott sei dank habe ich ja noch mein Datenvolumen auf meinem Handy.
Da scrolle ich nun über mein Dashboard und schaue, was alle meine Freunde essen und trinken, wo sie gerade sind und was sie zurzeit fühlen.
So vergeht die Zeit, so gehöre ich dazu.
So kann ich am nächsten Tag fragen: „Na, das sah aber lecker aus, was du gestern gegessen hast!“ oder sowas wie „Was war den gestern los, dass du einen traurigen Smiley gepostet hast?“, schon irgendwie traurig finde ich das, doch trotz allem scrolle ich weiter.

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NEEEEEEIIIINNN!!

 Bis dann auch mein Datenvolumen sich verabschiedet und mich erst wieder im neuen Monat begrüßen wird.
Und nun bin ich an einem Punkt, an dem ich weiß ohne WLAN kann ich nicht mehr, ich sehe mich in Cafés flüchten um dort noch hier und da was zu googeln oder auf Instagram zu sehen. Aber auch das ist auf Dauer keine Lösung.

Nach einer Woche ohne WLAN wird mir klar, ich bin total abhängig  geworden. Ohne WLAN läuft nichts mehr. Ich kann kein Geld überweisen, Online Banking geht nur über das Internet, auch über das Handy schnell überweisen funktioniert nicht, denn ich habe kein Datenvolumen. Das heißt ich muss zur nächsten Bankfiliale um dort meine Überweisungen zu tätigen, im schlimmsten Fall muss ich an den Schalter, aber dann muss ich ja tatsächlich mit

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OMG!! Reden, mit echten Menschen!!

jemanden reden!!
Auch die selbstverständlichste Dinge, wie etwas ausdrucken geht nicht, denn mein Drucker ist so eingestellt, dass er über WLAN druckt. Ich habe also das Programm für den Drucker nicht auf dem Laptop installiert und bin somit total aufgeschmissen.
Mal eben schauen, wann die nächste Bahn kommt, ist nicht mehr. Wenn ich wissen will, wann die Bahn kommt, muss ich zum Bahnhof laufen und nachsehen, natürlich bin ich faul wie eh und je und möchte eigentlich nicht laufen, aber es geht nicht anders. Ich merke schnell, wenn ich nicht immer zum Bahnhof laufen und nachsehen möchte, wann Bus und Bahn kommen, muss ich mir die Zeiten merken und schwups kann ich schon alles auswendig. Ich erinnere mich überhaupt nicht mehr daran, wann ich das letzte mal was auswendig lernen musste.
Sowas wie Netflix und Amazon Video, da brauche ich nicht von anfangen, ich habe also auch keine Möglichkeit meine wöchentlich erscheinenden Serien zu schauen, das frustriert mich, denn eigentlich schau ich jede Woche pünktlich zu Veröffentlichung alle meine Serien durch, was soll ich denn nun machen, wenn alle darüber sprechen?

Und hier ist der Punkt an dem mir klar wird, in meiner Wohnung, kann ich nur kochen, essen, duschen und schlafen. So wie die Menschen früher auch. Ich frage mich also, wie haben die das hinbekommen und warum kann ich es nicht? Ich rufe meine Mama an und frage sie, sie antwortet damit, dass man sich früher verabredet hat und auch wirklich zu seiner Verabredung erschienen ist, sowas wie ich sage 30 min vorher ab, gab es nicht, denn man wusste genau, dass der andere auf einen wartet, wenn man nicht kommt. Ich gebe ihr recht und trauere dem etwas hinterher, sehr schade denke ich, warum wir das heute so schlecht hinbekommen, obwohl wir mehr Möglichkeiten haben? Und da ist das Wort „Möglichkeiten“. Das Internet bietet uns den ganzen Tag Beschäftigung, spiele spielen, Videos und Filme ansehen, wenn ich was von meinen Freunden wissen will, schaue ich kurz auf Facebook, Instagram, Snapchat, Whats App und Co. Da muss man halt auch nicht rausgehen und sich mit Freunden treffen.

In der zweiten Woche, habe ich mich an die derzeitige Situation gewöhnt. Ich habe mich damit abgefunden denken ich. Jedoch fiebere ich innerliche dem 30. April entgegen, wie eine süchtige. Schon traurig, der Gedanke ist also noch da, dabei habe ich auch viel positives mitgenommen aus meiner Internet freien Zeit. Ich telefoniere öfter mit Freunden und Familie, frage wie es ihnen geht, denn mal eben schauen was auf Facebook steht ist nicht, so ist es persönlicher, das oberflächliche „wie geht es dir?“ wird zu etwas besonderem. Man will wirklich wissen wie es dem Gegenüber geht und fragt nicht einfach nur des Alibis wegen. Denn die einzige Möglichkeit herauszufinden wie es einem geht ohne Internet ist mit ihm zu sprechen! Ich merke außerdem, dass ich öfter nach draußen gehe, so bin ich öfter mal an der frischen Luft und auch mal eben schauen, was es alles so in der Stadt gibt, ich finde kleine Cafés und Läden, die ich so nie gesucht oder gefunden hätte. Auch gehe ich viel pünktlicher ins Bett, da ich nicht noch zwei Stunden über mein Dashboard scrollen muss um zu sehen, dass jeder jedem eine Gute Nacht wünscht. Es ist unglaublich, aber ich habe das tatsächlich immer gemacht, nun finde ich den Gedanken unvorstellbar.
Fazit ist, dass mir das Leben ohne Internet am Anfang wirklich schwer gefallen ist. Jedoch konnte ich mich schnell an die Situation gewöhne und habe andere Wege gefunden, das Internet zu umgehen. Ich freue mich zwar trotzdem wie blöd auf den 30. April, aber hoffe innerlich, dass ich trotzigem, die positive Dinge noch beibehalte.

 

 

2 Kommentare zu „Das Leben ohne Internet

  1. Hallo liebe Fuldi,
    glaub mir, ich kann dein Leiden nachvollziehen. Ich habe seit mittlerweile 4 Monaten kein WLAN. Und in dem Kaff, in dem ich lebe, gibt es kein mobiles Netz. Das heißt, ich kann nur wenn ich bei meinen Eltern bin deren WLAN nutzen. Oder ich muss in die nächste Stadt fahren, um mal ein wenig mobiles Netz zu haben… Echt nicht schön, wenn man nicht mal schauen kann, ob man am nächsten Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren kann – weil man nicht weiß, ob der Wetterbericht Gewitter sagt oder nicht…
    Ich denke, ein paar Tage ohne Internet können ganz entspannend sein. Allerdings ist die ganze westliche Welt heutzutage darauf ausgelegt, dass man ständig überall erreichbar ist, dass Informationen immer überall abrufbar sind. Im Alltag schränkt fehlendes Internet also auf Dauer echt ein. Oder wie erkläre ich meiner Versicherung, dass ich ihr die Daten noch nicht schicken konnte, weil ich ihre E-Mail erst nach 2 Wochen gelesen habe…?
    Viele Grüße
    Felicitas

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    1. Liebe Felicitas,
      genau das war auch mein Problem. Eine gewisse Zeit ohne Internet, ist überhaupt kein Problem, doch leider nichts auf Dauer, man muss einfach akzeptieren, dass vieles nun über das Internet läuft und es in manchen Situationen nicht mehr ohne Funktioniert.

      Ich selbst bin nur froh, dass diese Zeit nun vorbei ist und ich nun munter vor mich hin tippen kann.

      Liebe Grüße

      Fuldi

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